Seit drei Wochen herrscht hier Frühling. Und es ist grauenvoll. Das zentralvietnamesische Klima hat es fertiggebracht zwei so gegensätzliche Jahreszeiten wie den Hochsommer und den Frühling in eine einzige Jahreszeit unterzubekommen. Ja der Frühling in Vietnam ist eine ganz eigene Nummer.

Während alle Bäume in ihrer Blütenpracht die Straßen säumen, haben wir keinen Blick für rosa und pinke Blüten sondern sind nur dankbar für das grüne Blätterdach, dass uns ein bisschen Schatten spendet.

Morgens ab 9 Uhr wird es draußen so unerträglich heiß, dass wir bereits um 12 Uhr wieder erschöpft ins Bett sinken. Dank Klimaanlage und Ventilator erscheint es wenig reizvoll das Bett dann irgendwann wieder zu verlassen.

Das Tochterkind ist zum wandelnden Heizkissen mutiert, dass die eigenen Körpertemperatur noch weiter in die Höhe treibt. Dagegen scheint ihr als Einziger das Wetter wenig auszumachen. Gut, sie schläft mittags bis zu drei Stunden. Den Rest des Tages ist sie aber immer noch unaufhörlich in Bewegung – Sonne hin oder her. Im Zimmer hält sie nichts. Und am liebstens stromert sie dann als Nakedei durch die Gegend.

Wir warten derweil auf den Abend, der dann aber doch nicht die gewünschte Abkühlung bringt. Obwohl uns ja inzwischen schon 25°C als kühl erscheinen.

Und so dösen wir durch den Tag.

Einzige Erlösung bringt ein Abstecher zum Strand. Den teilt man sich nur mit drei Fischern, zwei Hunden und einem jungen Päarchen. Dankbar für die Erfrischung trifft aber einen dann spätestens bei der Rückkehr in die Stadt der Schlag. Und man wird von der Hitze überrollt.

Wir laufen also schwitzig und müde durch die Gegend. Und das Tochterkind ist derweil bestens gelaunt, so lang wir mit ihr regelmäßig zum Markt fahren um Obst zu kaufen und auch immer brav mit ihr „Kaki“ trinken gehen.

Währenddessen welkt die ganze blumige Neujahrsdekoration am Straßenrand dahin. Und in der Mittagsglut sind die Straßen noch verweister als sonst.

Was freue ich mich gerade auf den nächsten Winter…

 

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