Sie steht auf der anderen Straßenseite. Wartet. Ungeduldig. Von einem Fuß auf den anderen tretend. Dann breitet sie die Arme aus und läuft auf mich zu. Die Straße ist breit. Ein Moped kommt gemächlich auf uns zu. Ich beeile mich. Rufe „Stopp!“. Und dann bin ich auch schon bei ihr. Gerade mal zwei Schritte hat sie auf der Fahrbahn zurück gelegt. Ich will schon schimpfen. Da umarmen mich zwei dünne Arme, ein schwitziger Kopf drückt sich an meine Schulter.

„Liebs Mama“ flüstert es in mein Ohr.

Zum allerersten Mal.

Da kann ich nicht mehr böse sein. „Ich hab dich auch lieb“

 

 

Eine Antwort zu “Momentaufnahme: Ich hab dich lieb”

  1. Miri sagt:

    aaawww wie schön!! Ich liebe deine Berichte Miri, da kann man sich das alles so richtig schön vorstellen 🙂 LG an euch drei!

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